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Drei Jahrzehnte Spielkultur: Die Sächsische Spieleausleihe auf der Hobbymesse Leipzig
Die Hobbymesse Leipzig feiert Jubiläum – und die Sächsische Spielausleihe ist als fester Partner von Anfang an mit dabei. Seit 30 Jahren prägt sie mit der Ludothek das Gesicht der Hobbymesse entscheidend mit und hat sich zu einer festen Institution für Spielefans entwickelt. Regina Bald hat die Entwicklung miterlebt und gibt uns in dieser Ausgabe von #Hobbygeschichten
„Wir haben 1993 auf dem Markt am Messehaus mit dem Spielefest angefangen – direkt nach der Gründung des Vereins wurden wir angesprochen“, erinnert sich Regina Bald, Kassenwartin der Ludothek. Bereits damals standen die Besucherinnen und Besucher Schlange: „Egal welches Spiel, sie haben es genommen.“ Tatsächlich wurde die Ludothek 1993 aufgebaut, damals noch mit einer Grundfinanzierung von 7.000 Euro, um erste Regale und Spiele zu kaufen. Der erste Kauf der Kassenwartin war natürlich eine Stahlkassette.
Durch das Spielefest konnte sich die Ludothek schnell einen Namen machen und die große Nachfrage für Brettspiele hielt auch dann an, als das Spielefest auf das neue Messegelände zog und im Rahmen der damaligen Modell & Hobby in der Glashalle stattfand. Regina Bald spricht gar von einem „Boom“ für den noch jungen Verein.
Jahr für Jahr wuchs auch die Spieleausleihe weiter. Heute umfasst der Bestand rund 1.000 Spiele. Besucherinnen und Besucher kommen gezielt zum Ausprobieren, Verweilen und für Turniere. Besonders Formate wie die Sächsische Meisterschaft in „Die Siedler von Catan“, die selbst ins Leben gerufen wurde, erfreuen sich großer Beliebtheit. Das Turnier feierte im vergangenen Jahr auf der Hobbymesse Leipzig sein 25-jähriges Jubiläum.
Bis heute ist die Zusammenarbeit mit der Leipziger Messe eng und partnerschaftlich. Regelmäßige Treffen, gemeinsame Planung und der Austausch mit Verlagen gehören fest dazu. Wochenlange Vorbereitung, das Sichten und Sortieren neuer Spiele sowie die Organisation der Turniere sind jedes Jahr aufs Neue ein Kraftakt, getragen von einem engagierten Team aus 10 bis 15 Ehrenamtlichen.
Die Bedeutung der Spieleausleihe geht dabei weit über die Messe hinaus. Sie ermöglicht es Menschen, neue Spiele kennenzulernen, ohne diese direkt kaufen zu müssen. „Neue Spiele sind teilweise teuer – wir schaffen einen niedrigschwelligen Einstieg“, betont Bald. Ob Familien, Jugendliche oder ganze Gruppen: Das gemeinsame Spielen bringt Menschen zusammen und schafft Verbindungen. Nicht selten entstehen daraus Freundschaften – und manchmal noch mehr: „Ich habe hier sogar meinen Mann kennengelernt.“
Auch nach drei Jahrzehnten blickt die Sächsische Spieleausleihe nach vorn. Mit neuen Turnierformaten, wachsendem Nachwuchs und der Anerkennung von Spielen als immaterielles Kulturgut bleibt sie ein zentraler Bestandteil der Hobbymesse Leipzig – und für viele Besucherinnen und Besucher eine großartige Adresse für Spiel, Austausch und Gemeinschaft.
Nach über 30 Jahren Vereinsarbeit will sich Regina Bald in naher Zukunft zurückziehen und ihre Aufgaben schrittweise an ihre Tochter übergerben. So bleibt dann auch mehr Zeit fürs eigene Spielen. Doch was spielt ein absoluter Brettspielprofi? „Mit überkomplizierten Spielen kann ich nichts anfangen. Was immer geht, sind ‚Die Burgen von Burgund‘ oder ‚Carcasonne‘.“