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28.09.2026 Hobbymesse Leipzig

„Wir sollten nicht mehr von Modellbahn sprechen“

Das Hobby Modellbau ist im Wandel. Besonders deutlich wird das in der Produktion von Viessmann Modelltechnik. Das Familienunternehmen hat mit dem CarMotion-System eine kleine Revolution auf den Modellanlagen herbeigeführt – plötzlich bewegen sich nicht nur die Loks, sondern auch Autos und Busse. Doch das ist nur der Anfang, wenn es nach Geschäftsführer Matthias Viessmann geht.

„Unser Hobby sollte nicht Modelleisenbahn heißen. Es ist viel breiter gefächert. Eigentlich bauen wir doch Miniaturwelten – auf denen fährt dann eben auch eine Lok.“ Wenn man Matthias Viessmann zuhört, wird schnell klar, dass er eine Vision für das Hobby hat. Der Geschäftsführer von Viessmann ist entschlossen, das teils angestaubte Image des Modellbaus aufzupolieren. Letztlich verfolgt er auch einen Wunsch, den viele Eltern nur zu gut kennen. Endlich mal ein Hobby für den Nachwuchs finden, dass abseits von Bildschirmen stattfindet und kreativ ist.

Dass Modellbau immer noch Menschen begeistert, beweist die Hobbymesse Leipzig oder Einrichtungen wie das Miniaturwunderland in Hamburg. Das CarMotion-System ist hier längst eingezogen. Die Fahrzeuge folgen dabei einem festen Muster und laden ihre Akkus induktiv über die Außenspiegel. Dafür müssen sie nur von der Anlage runterfahren und einen festgelegten Ladepunkt ansteuern. Alternativ können die Fahrzeuge auch kurzfristiger an Ladepunkten auf einer Anlage Energie tanken. 30 Sekunden laden an einer Tankstelle, die unter dem Modell Ladeinfrastruktur hat, dann können 90 Sekunden gefahren werden.

CarMotion bedeutet buchstäblich Bewegung auf den Straßen – autonom fahrende Autos sind hier keine Zukunftsmusik, sondern die Regel. Das spricht auch ganz neue Zielgruppen an, ist sich Viessmann sicher: „Wir sprechen hier von Modellwelten – Landschaftsbau, Autos und Busse sowie Modellbahnen und die damit zusammenhängende Technik. Spielekonsolen oder Klemmbausteine können das nicht besser – wir haben das komplexeste und vielseitigste Hobby der Welt.“

Damit das auch jedem bewusst wird, treibt Viessmann die Entwicklung voran, plant zahlreiche neue Produktreihen wie Reisebusse oder sogar einen VW Käfer als Mini-Modell und weitet die Angebotspalette auf Fahrzeuge aus möglichst allen Modellbau-Epochen aus. Dass er die Welt nicht von heute von morgen ändert, ist Matthias Viessmann bewusst. Aber: „Steter Tropfen höhlt den Stein.“

Dafür schließt sich die Branche zusammen. Marken wie Viessmann, Noch und Auhagen organisieren auf der Hobbymesse Leipzig gemeinsam die Aktionsfläche Gen M – Generation Model Maker. Eine interaktive Werkstatt für den Modellbaunachwuchs. Dabei stehen sich die Marken nicht als Konkurrenten gegenüber, betont Viessmann: „Wir haben erkannt, dass unsere Branche eher klein ist und wir nicht Konkurrenten untereinander sind – unsere Wettbewerber sind die Hersteller von digitalen Spielen. Darum müssen wir zusammenarbeiten, auch um Kinder wieder besser zu erreichen. Das haben wir Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre verpasst.“

CarMotion soll dabei wie ein Brückenkopf fungieren. Wozu die Technik in der Lage ist, zeigt Viessmann auf der Hobbymesse Leipzig nicht nur in Messehalle 3 – der Heimat des Modellbaus – sondern auch in der Halle 1. Näher am spielenden Publikum und mit einer brandneuen 3x5 Meter großen Anlage, die von Grund auf mit Fokus auf CarMotion gebaut wurde. Hier zeigt sich deutlich: Die Branche erfindet sich neu, Modellbau arbeitet am nächsten Coup – nicht ohne, sondern mit der Eisenbahn.

Viessmann bringt mit CarMotion Bewegung auf die Platte. Foto: Leipziger Messe / Jörg Singer
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